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Linotype-Setzmaschine

Über der Tastatur fallen die einzelnen Buchstabenmatritzen durch kleine Röhren und werden dann zusammengefügt.

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  • Jürgen Hölscher on 2018-Nov-28 17:12:43 Jürgen Hölscher said

    Ich habe fast 20 Jahre an der Setzmaschine gesessen. Die Messingmatritzen waren ein einem Magazin mit vielen einzelnen Kanälen untergebracht. Vorn hatte die Matritze eine aufgedruckte Lesemarke, hinten war der Buchstabe negativ eingraviert. Jede Matritze hatte ihre eigenen Kanal. Durch Tatenanschlag fiel die Matritze heraus und wurde über ein schmales laufendes Transportband in einen Sammler transportiert. Nacheinander reihte sich Matritze an Matritze. Die Wortzwischenräume bildeten Stahlkeile, die nach unten breiter wurden. Wenn die Zeile im Sammler voll war, schickte der Setzer durch eine Hebelbewegung die Zeile weg. Sie fuhr vor eine Gießform, die sich dicht an die Matritzen anlegte. Von unten setzte sich ein Metallbalken unter die Zwischenraumkeile und drückte sie nach oben. Dadurch, dass sie konisch waren, wurde die Zeile mit den Matritzen fest zusammengehalten. Durch einen Pumpenkolben in einem kleinen Kessel aus flüssigem Blei wurde das Blei in die Gießform gepresst und die komplette Zeile in Blei gegossen. Danach drehte sich das Gießrad, ein Messer beschnitt den Fuß der Zeile, sie wurde aus der Gießform ausgestoßen und fiel auf ein Setzschiff zu den anderen vorher gegossenen Zeilen. Die Matritzen wurden von einem Greifer nach oben transportiert, auf eine Zahnstange geschoben, die viele Aussparungen hatte, ähnlich einem BKS-Türschlüssel mit seinen unterschiedlichen Zacken. Dadurch, dass jede Matritze eine andere Kombination hatte, fiel die Matritze, indem sie auf der Zahnstange weiter geschoben wurde, wieder an der richtigen Stelle in ihren Kanal zurück. So machten die Matritzen einen ständigen Kreislauf und wurden immer wieder verwendet. Die Stahlkeile, also die Wortzwischenräume, fielen in ein anderes Fach, wurden dort gesammelt und ebenfalls immer wieder verwendet.

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